Beat Stierlin
Präsident des Sitftungsrates
Spital auf Kurs – Pflegezentren mit positivem Trend
Die Hauptangebote der Adullam Spitäler – Akutgeriatrie und Geriatrische Rehabilitation – waren auch 2025 sehr gefragt. Allerdings beeinflusste eine stark volatile Nachfrage nach Spitalleistungen das Geschäftsjahr. Grössere Schwankungen in der Belegung erschwerten die Personalplanung, und die krankheitsbedingten Ausfälle bewegten sich weiterhin über dem Niveau der Vor-Corona-Jahre. Die Nachfrage nach Pflegeplätzen blieb leicht unter den Erwartungen.
Die Patientennachfrage bewegte sich insgesamt auf dem Niveau von 2024. Etwas weniger Patient:innen (-31) wurden in der Akutgeriatrie zugewiesen, während die Geriatrische Rehabilitation eine leichte Steigerung verzeichnete. Insgesamt liessen sich 2’710 Patient:innen in den Adullam Spitälern Basel und Riehen behandeln. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in der Rehabilitation verkürzte sich um 1.1 Tage.
In den Adullam Pflegezentren Basel und Riehen stiegen die Pflegetage von 55’991 auf 69’268 – ein erfreulicher Zuwachs. Die Nachfrage nach Pflegeplätzen blieb jedoch weiterhin leicht hinter den Erwartungen zurück, weshalb sowohl temporäre Aufenthalte als auch die Aufnahme von Bewohner:innen aus anderen Kantonen möglich sind. Um die Auslastung nachhaltig zu verbessern, hat die Adullam-Stiftung gezielte Massnahmen zur Steigerung der Attraktivität der Pflegezentren eingeleitet. Zudem soll ein optimiertes Platzangebot eine bessere Auslastung sicherstellen.
Kosten reduziert – strukturelle Herausforderungen bleiben
Die Personal- und Sachkosten konnten 2025 reduziert werden. Die Reduktion des Betriebsaufwands um 6.17 Prozent weist in die richtige Richtung. Dennoch vermögen die Tarife der Krankenversicherer die tatsächlichen Kosten weiterhin nicht vollständig zu decken – eine Herausforderung, die das gesamte Schweizer Gesundheitswesen betrifft.
Die finanzielle Lage der Stiftung ist von zwei Seiten unter Druck: Auf der Ertragsseite decken die Tarife die tatsächlichen Kosten nicht vollständig. Der anhaltende Fachkräftemangel verschärft die Lage zusätzlich: Er treibt die Rekrutierungskosten in die Höhe, erhöht die Abhängigkeit von teurem Temporärpersonal und macht wettbewerbsfähige Löhne und Arbeitsbedingungen unverzichtbar. Auf der Kostenseite sind Optimierungen zwar notwendig, aber nicht ohne Weiteres umsetzbar. Erschwerend kommt hinzu, dass notwendige Investitionen in Modernisierung und Effizienzsteigerung ihrerseits Mittel erfordern, die bei einem defizitären Ergebnis nur begrenzt zur Verfügung stehen.
Die Erfolgsrechnung 2025 schliesst mit einem Verlust von CHF 657’874 – ein Ergebnis, das dem Budget entspricht. Der EBITDA beträgt CHF 6’460’597, was eine EBITDA-Marge von 8.4 Prozent ergibt. Anders als in den Vorjahren standen keine nennenswert auflösbaren Rückstellungen mehr zur Verfügung, sodass der Verlust diesmal nicht ausgeglichen werden konnte. Das Ergebnis genügt mittel- und langfristig nicht.
Fazit
Die eingeleiteten Massnahmen im Rahmen des Dreijahresplans bis 2028 zeigen erste Wirkung – die Kostensenkung ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Die Adullam-Stiftung sieht sich in einem stetig verändernden Umfeld mit Marktverzerrungen und regulatorischen Hürden konfrontiert. Sie begegnet diesen mit kurz- und mittelfristigen Massnahmen auf Organisationsebene, der Entwicklung angepasster Angebote und neuen Partnerschaften. Dennoch bleibt der Handlungsbedarf gross: Prozesse müssen weiter modernisiert, Strukturen gestrafft und gezielt in zukunftsfähige Angebote investiert werden.
Als private, gemeinnützige Stiftung tragen wir die Verantwortung für den langfristigen Erhalt unserer Leistungsfähigkeit – und nehmen diese Verantwortung ernst. Angesichts der strukturellen Finanzierungsprobleme im Schweizer Gesundheitswesen wäre es jedoch auch an der Politik, die Rahmenbedingungen proaktiv zu gestalten – zum Wohl aller.
Sabine Eglin Buser
CEO
| 2025 in CHF | 2024 in CHF |
|
| Taxertrag Spital | 42’495’491 | 44’606’518 |
| Taxertrag Pflegeheim | 26’357’398 | 27’015’056 |
| Übrige Erträge | 7’405’445 | 7’250’300 |
| Beiträge Kanton Basel-Stadt | 781’438 | 786’063 |
| Total Betriebsertrag | 77’039’772 | 79’657’937 |
| Personalaufwand | 56’024’231 | 58’094’744 |
| Sachaufwand | 14’554’945 | 15’519’372 |
| Total Betriebsaufwand | 70’579’176 | 73’614’116 |
| EBITDA | 6’460’597 | 6’043’820 |
| EBITDA-Marge | 8.4% | 7.6% |
| Abschreibungen | 6’412’274 | 6’074’116 |
| EBIT | 48’323 | -30’295 |
| Finanzergebnis | -952’940 | -1’030’762 |
| a.o. Aufwand/ Ertrag/ Fonds | 246’743 | 1’014’497 |
| Ergebnis | -657’874 | -46’561 |
Die Rechnungslegung erfolgt in Übereinstimmung mit Swiss GAAP FER. Die Revision für das Geschäftsjahr 2025 wurde von der BDO AG, Aarau, durchgeführt.
| 2025 in CHF | 2024 in CHF |
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| Umlaufvermögen | 18’355’605 | 18’614’113 |
| Anlagevermögen | 66’971’778 | 71’464’390 |
| Total Aktiven | 85’327’383 | 90’078’503 |
| Fremdkapital | 58’066’767 | 62’160’012 |
| Stiftungskapital per 31.12. | 27’260’616 | 27’918’491 |
| Total Passiven | 85’327’383 | 90’078’503 |
Die Rechnungslegung erfolgt in Übereinstimmung mit Swiss GAAP FER. Die Revision für das Geschäftsjahr 2025 wurde von der BDO AG, Aarau, durchgeführt.
Das Jahr 2025 begann mit einem Wechsel – und dem Mut, neue Wege zu gehen: Im Januar übernahm Sabine Eglin Buser die Leitung der Adullam Spitäler und Pflegezentren. Im Stiftungsrat brachten mit Andrea Beerli und Rebekka Hatzung zwei neue Mitglieder frischen Wind und Expertise aus dem Gesundheitsrecht und dem Spitalmanagement.
Von Beginn an hat Sabine Eglin Buser eines klar gemacht: Sie sucht die Nähe. Zu den Mitarbeitenden, zu den Bewohner:innen und Patient:innen, zu den Teams vor Ort. Diese Haltung prägt ihren Führungsstil ebenso wie der Mut, Dinge anzusprechen und anzupacken. Mit klaren strategischen Entscheiden setzt sie neue Akzente – und begegnet damit den wachsenden Herausforderungen im Schweizer Gesundheitswesen mit Gestaltungswillen statt Abwarten. Stiftungsratspräsident Beat Stierlin: «Sie verfügt nicht nur über Führungserfahrung – sie bringt echtes Interesse an den Menschen mit und den Mut, unbequeme Fragen zu stellen. Genau das brauchen wir.»
Im Adullam Spital Riehen übernahm Dr. med. Walter Prikoszovich die Funktion als stellvertretender Chefarzt und medizinischer Standortleiter.
Dr. med. Prikoszovich ist ein ausgewiesener Experte in Geriatrie und Palliativmedizin und stammt aus der Region. Er bringt klinische Erfahrung in der akuten Altersmedizin und der geriatrischen Rehabilitation mit – und ein besonderes Gespür für Weiterbildung und medizinische Kommunikation. Beides kommt im Adullam Spital Riehen täglich zum Tragen: in der Arbeit mit den Patient:innen, im Austausch mit dem Team und in der Weiterentwicklung des Angebots.
Dr. med. Walter Prikoszovich
Die Adullam-Stiftung hat 2025 die Weichen für ihre strategische Weiterentwicklung gestellt. Mit einem klaren Dreijahresplan bis 2028 bekennt sich die Stiftung zu beiden Standorten – Basel und Riehen – und setzt auf Stärke durch Fokus. Das ist ein Bekenntnis, das Orientierung gibt – nach innen wie nach aussen.
Im Mittelpunkt stehen der gezielte Ausbau der Rehabilitation, der Aufbau zusätzlicher Leistungsangebote sowie Investitionen in Digitalisierung und zeitgemässe Arbeitsbedingungen.
Bei allen Massnahmen stehen die Qualität der Betreuung und die Bedürfnisse der ihr anvertrauten Menschen im Mittelpunkt. Erste sichtbare Veränderungen folgen ab 2026.
Die Bereitschaft, in die Zukunft zu investieren, zeigte sich 2025 auch digital: Die Adullam-Stiftung arbeitete intensiv an der Einführung eines neuen ERP-Systems. Nach umfangreicher Spezifikation, Umsetzung und Testphase nahm das System von Nexus per 1. Januar 2026 planmässig den Betrieb auf.
Nexus bildet fortan die digitale Grundlage für zentrale administrative Prozesse – von der Patientenaufnahme über die Lohnzahlungen bis zur Rechnungsstellung. Gleichzeitig legt es den Grundstein für das künftige Krankenhausinformationssystem, dessen Vorprojekt bereits gestartet ist.
Das Älterwerden hat viele Gesichter – die Adullam-Stiftung hat 2025 mutig hingeschaut. Mit der Kampagne «Lebenswert. Liebenswert? Abschied.» lud sie dazu ein, das Leben in all seinen Phasen zu würdigen: mit Freude, mit Würde und mit der Offenheit, auch den Abschied nicht auszublenden. Begleitend dazu erschienen im Online-Magazin Silberfuchs laufend vertiefte Beiträge zum Thema.
Den Auftakt machte am 20. September die Vernissage der Fotoausstellung «Gewachsene Schönheit» des Fotografen Simon Döbeli im Adullam Spital und Pflegezentrum Basel. In seinen Bildern setzt Döbeli Menschen und Pflanzen in einen stillen Dialog – die Spuren der Zeit nicht als Makel, sondern als Ausdruck von Würde und Reife.
Am 18. Oktober folgte der Erlebnistag im Adullam-Park Basel: Über 15 interaktive Stände ermöglichten es Besuchenden, sich zu Themen rund ums Älterwerden zu informieren – von Ernährungsberatung über Vorsorgeplanung bis zu technischen Hilfsmitteln. Partner wie Spitex Basel und Pro Senectute standen für Gespräche zur Verfügung. Ein vielseitiges Bühnenprogramm mit Geige, Tanz und Show Cooking sowie besondere Attraktionen wie VR-Erlebnisse und eine mobile Apfelsaftpresse brachten Jung und Alt zusammen.
Den Abschluss bildete die Podiumsdiskussion «Würdevoll gehen – begleiten, entscheiden, sterben dürfen» unter der Moderation von Cornelia Kazis (Radio SRF), bei der sechs Fachpersonen aus Medizin, Recht, Pflege und Seelsorge das Thema offen und differenziert beleuchteten.
Medizin, Recht, Pflege und Seelsorge: Sechs ausgewiesene Fachpersonen beleuchteten das Thema «Würdevoll gehen» aus verschiedenen Perspektiven – und stellten sich den Fragen des Publikums.
Von Ernährungsberatung über Vorsorgeplanung bis zu technischen Hilfsmitteln: Die interaktiven Stände im Adullam-Park luden Besuchende ein, sich praxisnah mit den Themen des Älterwerdens auseinanderzusetzen.
Manchmal braucht es Mut, etwas Neues zu wagen. Das generationenübergreifende Musik- und Filmprojekt «Farbenfroh und Trauergrau» war genau das: Bewohner:innen, Mitarbeitende und Schulkinder der Primarschule Neubad sangen, drehten und erweckten gemeinsam eine märchenhafte Geschichte zum Leben – über einen Winter, der nicht weichen will, und einen Frühling, der sich trotzdem durchsetzt.
Die feierliche Premiere fand am 17. Januar 2025 im Rahmen eines öffentlichen Neujahrsempfangs in der Kapelle statt. Der Jazz-Musiker Will Wood komponierte den Song, Filmemacher Uwe Nüssle hielt die Produktion in Bildern fest. Das Projekt zeigte eindrücklich, was möglich ist, wenn Generationen zusammenkommen – und wurde von einer breiten Öffentlichkeit gefeiert.
In drei Staffeln mit je mehreren Folgen beantwortete CEO Sabine Eglin Buser Fragen der Mitarbeitenden – direkt, persönlich und auf Augenhöhe. Ein neues Format für eine neue Art der Führungskommunikation.
2025 investierte die Adullam-Stiftung gezielt in den Aufbau einer lebendigen internen Kommunikation. Mit einem neu entwickelten Kommunikationskonzept wurden die Grundlagen für einen zeitgemässen Dialog nach innen gelegt. Parallel dazu wurde ein Newsroom aufgebaut, der als gemeinsame Redaktionsstruktur sowohl die interne als auch die externe Kommunikation bedient und mit neuen Impulsen bereichert. Mitarbeitende aus verschiedenen Bereichen wirken dabei als Themenscouts und bringen Geschichten aus dem Alltag direkt in die Berichterstattung ein.
Auf diesem Fundament entstanden neue Formate, die Nähe und Dialog in den Mittelpunkt stellen. Mit «Frag Sabine» – einem Videoformat über drei Staffeln mit mehreren Folgen, in dem CEO Sabine Eglin Buser direkt auf Fragen der Mitarbeitenden eingeht – setzte die Stiftung ein innovatives Zeichen für transparente Kommunikation auf Augenhöhe. «Sabine meets» ergänzte dies durch gezielte persönliche Besuche der CEO bei Teams an beiden Standorten. Ende November wurde schliesslich das Online-Magazin «Klatsch & Klartext» als rein interne Plattform lanciert – der Ort, an dem Mitarbeitende Informationen finden, Fragen stellen und den Alltag der Stiftung gemeinsam gestalten können.
«Klatsch & Klartext» bietet Rubriken für jeden Bedarf – ob Fragen an die Geschäftsleitung, Transparenz bei Gerüchten oder der interne Flohmarkt. Für jeden ist etwas dabei.
Die Adullam-Stiftung versteht Nachhaltigkeit als Teil ihrer Verantwortung. In Zusammenarbeit mit dem Startup Food Waste Hero und der Organisation Wohnwerk Basel leistet die Gastronomie einen konkreten Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung.
Food Waste Hero beschafft überschüssige Lebensmittel, die andernfalls entsorgt würden. Wohnwerk Basel übernimmt Logistik und Verpackung und integriert dabei Menschen mit Beeinträchtigungen in den Arbeitsprozess. Seit Beginn der Kooperation wurden unter anderem 750 kg gehackte Tomaten, 36 kg Spaghetti, 48 Liter Olivenöl und rund 1’300 Getränke vor der Entsorgung bewahrt. Reste vom täglichen Mittagsbuffet werden zusätzlich in Recycle-Boxen vergünstigt an Mitarbeitende abgegeben. CEO Sabine Eglin Buser: «Ebenso wie wir Verantwortung für unsere Patient:innen übernehmen, setzen wir uns auch für eine lebenswerte Umwelt ein.»
Wir danken allen Patient:innen, Bewohner:innen und Angehörigen sowie den mit uns zusammenarbeitenden Institutionen und Behörden für das in uns gesetzte Vertrauen.
Ein ganz besonderer Dank gebührt unseren Mitarbeitenden für ihr grosses Engagement und ihre Bereitschaft, gemeinsam mit uns mutig nach vorne zu gehen.