Gewichtsverlust im Winter? Was Sie dagegen tun können | silberFuchs

Gewichtsverlust im Winter? Was Sie dagegen tun können

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Wenn die Temperaturen sinken, fühlen sich viele älteren Menschen schlapp, frieren schneller – und verlieren manchmal sogar an Gewicht. Was auf den ersten Blick harmlos wirkt, kann im Alter deutliche Folgen haben. Doch warum purzeln ausgerechnet im Winter die Kilos – und wie lässt sich gegensteuern?

Wenn draussen die Temperaturen sinken, ziehen sich viele ältere Menschen zurück in die eigenen vier Wände. Spaziergänge werden seltener, die Heizung läuft, und selbst die kleinsten Alltagswege kosten Kraft. Dass dabei oft auch ein paar Pfunde purzeln, fällt zunächst kaum auf. Doch im Alter kann ungewollter Gewichtsverlust ernsthafte Folgen haben. Muskeln schwinden, die Leistungsfähigkeit sinkt, Stürze drohen, das Immunsystem schwächelt. Experten warnen: Wer innerhalb eines halben Jahres mehr als zehn Prozent seines Körpergewichts verliert, sollte unbedingt ärztlichen Rat einholen.

Warum der Körper im Winter Gewicht verliert

Der Winter bringt für viele Menschen eine Art natürlichen Energiesparmodus mit sich. Die kurzen Tage, Kälte und Dunkelheit hemmen die Aktivität, sodass der Stoffwechsel langsamer arbeitet. Gleichzeitig benötigt der Körper aber mehr Energie, um die eigene Körpertemperatur zu halten. Wer stark friert, verbraucht über Muskelzittern zusätzliche Kalorien. Ein scheinbar harmloses Kilo weniger kann bei älteren Menschen deshalb schnell zur Abwärtsspirale führen: Weniger Bewegung, weniger Appetit, weniger Nährstoffe – und der Gewichtsverlust schreitet voran.

Besonders kritisch wird es, weil der Körper ab etwa 30 Jahren pro Jahr langsam Muskelmasse verliert. Wer im Alter ungewollt abnimmt, beschleunigt diesen Prozess. Muskeln schwinden, Kraft und Stabilität nehmen ab, die Gefahr von Stürzen steigt, die Mobilität im Alltag sinkt, und selbst die Bewältigung alltäglicher Aufgaben wie Einkaufen oder Treppensteigen wird schwieriger. Gleichzeitig verringert sich die Nährstoffaufnahme, was den Knochenstoffwechsel schwächt und das Immunsystem anfälliger macht.

Ursachen für ungewollten Gewichtsverlust

Die Gründe für abnehmende Pfunde im Winter sind vielfältig und wirken oft zusammen:

  • Appetitverlust durch Kälte, depressive Verstimmungen oder veränderten Geschmackssinn
  • Medikamente, die das Hungergefühl dämpfen
  • Trauer und Einsamkeit, besonders nach dem Verlust eines Partners
  • Zahnprobleme oder schlecht sitzende Prothesen, die das Essen erschweren
  • Krankheiten, wie Diabetes, Schilddrüsenstörungen oder neurologische Erkrankungen
  • Schluckstörungen, die die Nahrungsaufnahme behindern

Oft reicht ein Gespräch mit dem Arzt, um die Ursache einzugrenzen und erste Gegenmassnahmen zu besprechen. Schon kleine Anpassungen im Alltag können grosse Wirkung zeigen.

Was hilft – so lassen sich die Pfunde halten

Bewegung bleibt auch im Winter der Schlüssel. Schon kurze Spaziergänge, der Gang zum Bäcker oder kleine Alltagsrituale halten den Kreislauf in Schwung und regen den Appetit an. Wer sportlich genug ist, sollte seine Sommeraktivitäten beibehalten – Nordic Walking, Radfahren auf dem Heimtrainer oder Übungen im Schwimmbad halten Muskeln und Stoffwechsel aktiv. Selbst bei Minusgraden kann man in kurzen Einheiten draussen trainieren, vorausgesetzt, Kleidung und Schuhe sind der Witterung angepasst.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Mahlzeitgestaltung. Wer allein isst, verliert oft den Appetit. Mahlzeiten in Gesellschaft, sei es mit Nachbarn, Freunden oder im Seniorentreff, steigern Lust auf Essen und Motivation. Grosse Portionen sind nicht nötig; mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt sichern die notwendige Kalorien- und Eiweisszufuhr. Eiweissreiche Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Eier, Käse, Hülsenfrüchte oder Nüsse schützen die Muskeln. Frisches Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und hochwertige Öle sorgen zusätzlich für eine ausgewogene Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und essenziellen Fettsäuren. Wer Schwierigkeiten beim Kauen oder Schlucken hat, profitiert von pürierten oder fein zubereiteten Speisen – hübsch angerichtet schmeckt auch der Brei besser.

Hochkalorische Trinknahrung kann ergänzend dienen, wenn normale Mahlzeiten nicht ausreichen. Sie liefert konzentrierte Energie und Eiweiss und kann in Absprache mit dem Arzt einzelne Mahlzeiten ersetzen.

Früh handeln – Risiken erkennen

Ungewollter Gewichtsverlust sollte niemals ignoriert werden. Je früher die Ursache erkannt und behandelt wird, desto besser lassen sich die Folgen abwenden. Neben körperlichen Faktoren spielen auch psychische und soziale Aspekte eine Rolle: Einsamkeit, Trauer oder Depressionen können genauso entscheidend sein wie chronische Erkrankungen. Ärztliche Abklärung umfasst neben körperlicher Untersuchung auch Blut-, Urin- oder Stuhltests sowie bildgebende Verfahren, wenn nötig.

Die Botschaft ist klar: Wer den Winter gesund überstehen möchte, sollte auf Bewegung achten, ausreichend und eiweissreich essen, Mahlzeiten geniessen und nicht zögern, bei ungewolltem Gewichtsverlust ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. So bleibt die Kraft erhalten – trotz Kälte, Dunkelheit und winterlicher Trägheit.

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