Sie bringen Grün ins Zuhause, können aber auch Beschwerden auslösen: Manche Balkon- und Zimmerpflanzen verursachen Allergien – von Schnupfen bis Hautreaktionen. Welche Pflanzen problematisch sind und worauf Allergiker achten sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.
Grünpflanzen gehören für viele Menschen zu einem schönen Zuhause einfach dazu. Sie schmücken Balkon und Wohnzimmer, verbessern das Raumklima und bringen ein Stück Natur in den Alltag. Doch so wohltuend Pflanzen sein können – bei manchen Menschen lösen sie allergische Beschwerden aus. Diese bleiben oft lange unerkannt, weil man Pflanzen nicht sofort als Ursache vermutet.
Allergische Reaktionen auf Pflanzen entstehen durch eine Überreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Eiweissstoffe. Je nachdem, wie diese Stoffe in den Körper gelangen, unterscheiden sich auch die Symptome – und nicht selten dauert es eine Weile, bis der Zusammenhang erkannt wird.
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Pollen: Wenn die Nase nicht zur Ruhe kommt
Die bekannteste pflanzenbedingte Allergie ist der Heuschnupfen. Ausgelöst wird er durch Pollen, die vor allem von Gräsern, Bäumen und Sträuchern in grosser Menge in die Luft abgegeben werden. Typische Beschwerden sind eine ständig laufende oder verstopfte Nase, Niesanfälle, juckende oder tränende Augen sowie eine gereizte Nasenschleimhaut. Manche Betroffene klagen zusätzlich über Müdigkeit oder Konzentrationsprobleme. Charakteristisch ist, dass sich die Symptome bei Regen oft bessern, da die Pollen aus der Luft gewaschen werden. In trockenen, windigen Phasen hingegen können die Beschwerden über Wochen oder sogar eine ganze Pollensaison hinweg anhalten.
Kontaktallergien: Reaktionen zeigen sich oft erst Tage später
Neben Pollen können auch Pflanzenteile selbst allergische Reaktionen auslösen – etwa Blätter, Stängel oder Pflanzensaft. In diesem Fall spricht man von einer Kontaktallergie. Sie äussert sich meist durch Hautveränderungen wie Rötungen, Schwellungen, Bläschen oder schuppige Areale. Häufig kommt ein starker Juckreiz oder Brennen hinzu.
Typisch für diese Form der Allergie ist die zeitliche Verzögerung: Die Beschwerden treten meist erst 24 bis 72 Stunden nach dem Kontakt auf. Deshalb wird der Auslöser nicht immer sofort erkannt. Die Hautreaktionen beschränken sich in der Regel auf die Stellen, die direkt mit der Pflanze in Berührung gekommen sind – etwa Hände, Unterarme oder Gesicht.
Vorsicht bei Latexallergie
Besondere Aufmerksamkeit ist bei Menschen mit einer Latexallergie geboten. Bestimmte Zimmerpflanzen – darunter Birkenfeige (Ficus benjamina) und Gummibaum – sondern beim Beschneiden oder durch Verdunstung einen milchigen Pflanzensaft ab. Dieser enthält Eiweissstoffe, die dem Latexallergen sehr ähnlich sind.
Der Pflanzensaft kann sich mit Hausstaub verbinden und über die Raumluft eingeatmet werden. Bei empfindlichen Personen kann das zu Atemwegsbeschwerden oder Hautreaktionen führen. Menschen mit Latexallergie sollten deshalb auch Pflanzen wie Weihnachtsstern, Oleander, Kakteenarten, Kaffeepflanzen, Feigen, Hanf oder Hopfen meiden.
Diese Pflanzen gelten als besonders problematisch
Für Allergiker ist es wichtig, Pflanzen gezielt auszuwählen. Zu den häufigen Auslösern zählen unter anderem stark pollenbildende Gewächse wie bestimmte Gräser (etwa Pampas- oder Lampenputzergras), Bäume wie Birke, Hasel oder Erle sowie einige Kräuter und Blumen aus der Familie der Korbblütler, darunter Beifuss, Kamille oder Chrysanthemen. Auch im Wohnraum können einzelne Zimmerpflanzen Beschwerden verursachen. Dazu zählen unter anderem Birkenfeige, Einblatt, Drachenbaum, Farne oder Weihnachtsstern.

Welche Pflanzen sind besser verträglich?
Ein komplett allergenfreier Balkon oder Garten ist kaum möglich. Dennoch gibt es viele Pflanzen, die als vergleichsweise allergenarm gelten. Dazu gehören vor allem insektenbestäubte Pflanzen mit grossen, schweren Blüten. Ihre Pollen sind klebrig und gelangen kaum in die Luft.
Viele Stauden wie Rosen, Hortensien, Clematis oder Rittersporn gelten als gut verträglich. Auch zahlreiche Balkonblumen – etwa Petunien, Fuchsien oder Kapuzinerkresse – bereiten Allergikern meist wenig Probleme. Bei Zimmerpflanzen werden häufig Grünlilie, Sansevieria, Aloe oder Zamioculcas empfohlen.
Nicht nur die Pflanze selbst kann Probleme machen
Allergische Beschwerden entstehen nicht immer durch die Pflanze allein. In Blumenerde, Kompost oder feuchten Pflanzgefässen können sich Schimmelpilze bilden, deren Sporen ebenfalls allergen wirken. Besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit und schlechter Belüftung kann dies in Innenräumen zum Problem werden.
Wer empfindlich reagiert, sollte auf regelmässiges Lüften achten, Staunässe vermeiden und Blumenerde nicht zu feucht halten. Hydrokulturen können eine Alternative sein. Im Aussenbereich ist es sinnvoll, Komposthaufen oder Biotonnen nicht in der Nähe von Fenstern oder Sitzplätzen aufzustellen.
Wann ärztlicher Rat sinnvoll ist
Treten Beschwerden wie Schnupfen, Husten, Hautausschläge oder Augenreizungen immer wieder auf, sollte auch an Pflanzen als mögliche Ursache gedacht werden. Ein Allergologe oder eine Allergologin kann durch Hauttests oder gezielte Untersuchungen helfen, den Auslöser einzugrenzen. Die wichtigste Massnahme bleibt meist, den Kontakt mit dem Allergen zu vermeiden. Medikamente wie Antihistaminika können die Symptome lindern, ersetzen aber nicht die Ursachenklärung.

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